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Krippenverein Fellengatter

Postadresse Buchholz 8, A 6820 Frastanz    
e-mail krippenbauverein.fellengatter@gmx.at    
       
       
Obmann Martin Bertsch Tel. 05522 – 73959
Schriftführer Stv 6820 Frastanz e-mail  m.s.bertsch@aon.at
  Buchholz 8    
       
       
Obmann Stv Wolfgang Lassnig mobil 0664-6255726
Kassier Stv 6811 Göfis    
  Kirchbüchel 9    
       
       
Schriftführerin Carmen Lassnig mobil 0699-10090661
  6811 Göfis e-mail carmen.lassnig@gmx.at
  Kirchbüchel 9    
       
       
Kassier Radislav Mesaric    
  Im Rofel 10
   
  6820 Frastanz
   
       
       
       


 

Krippenfreundschaft


„ Hallo! – Du bist doch von den Fellengattern!“ – „Ja, das bin ich.“ – „Ich hab gehört, ihr braucht noch Hirschheidrich. Ihr könnt auch welchen von mir haben. Meld´ dich einfach!“ Hoi!? Woher wusste der Krippenkollege, dass unser Verein noch Botanik braucht? Und wie kommt er dazu, uns einfach etwas zu geben? Diese kleine Episode geschah im November 2010, als ich zum Schloss Amberg kam, um meinen Aufsichtsdienst bei der Sonderausstellung anzutreten. Noch lange beschäftigte mich diese kleine Geschichte. Ist es das, was man unter „Krippenfreundschaft“ versteht? Was bedeutet „Krippenfreundschaft“ überhaupt? Lange dachte ich darüber nach und recherchierte sogar im Internet, wie „Freundschaft“ definiert wird. Ich entdeckte, dass „Freundschaft“ ein weitläufiger Begriff mit vielen Facetten ist. Was bedeutet aber „KRIPPEN“- Freundschaft? Freundschaft unter Krippelern, ist ja klar! Doch was ist das Besondere daran? Die Antwort
liegt wahrscheinlich im Detail: Im Rückblick auf das vergangene Jahr begegneten mir einige Beispiele von Freundschaft unter Krippelern. Da ist natürlich einmal der eigene Verein: Mit Freude gehe ich ins Krippenlokal, wo ich Menschen treffe,
die nicht nur das gleiche Interesse – natürlich den Krippenbau haben, sondern die mir sympathisch sind, mit denen man Spaß haben kann, die mir helfen und gute Tipps geben, die aber auch mal Kritik anbringen und einstecken können, ohne nachtragend zu sein. Eine Krippenfreundschaft heißt aber nicht nur miteinander bauen und anschließend gemütlich zusammen sitzen, sondern auch mal anpacken! Das Krippenjahr bietet viele Möglichkeiten dazu, sei es beim Wurzeln
sammeln, die Werkstatt aufzuräumen oder bei der jährlichen Krippenausstellung mitzuarbeiten. Überall braucht es Menschen, die anpacken. Ein Freund fragt nicht. „Was bekomme ich dafür?“ Er sagt eher: “Was kann ich noch tun?“ Ein Freund ist kein Handlanger; er soll sich auch mit Anregung und Kritik äußern können. Umso schöner ist es dann, nach getaner Arbeit gemütlich zusammen zu sitzen und auf das gemeinsame Werk stolz zu sein. Freundschaft ist konkurrenzlos. Auch das erlebe ich immer wieder, wenn ich die „Krippennase“ über den Vereinsrand hinaus stecke. Gerade bei der letzten Landesverbandstagung in Buch am 9. Jänner 2011 saß ich kaum an meinen Platz. Ich traf hier so viele liebe Menschen denen ich „Grüß Gott“ sagen wollte. Menschen, die man schätzt; Menschen, mit denen man gemeinsame Erlebnisse hatte; Menschen, die nicht nur „small talk“ machen , sondern mit denen man über Alltagsthemen
philosophieren und diskutieren kann. Erst das Reden miteinander lässt die Tiefe eines Menschen erkennen. Welche Gedanken hat mein Gegenüber? Können wir respektvoll über ein Thema diskutieren oder werde ich niedergeredet? Ich freue mich immer, wenn ich tiefe Krippenfreundschaft erleben kann: In der ärgsten Hoch-Zeit des Krippenbaues hat sich Peter Stark (Krippenbauverein Koblach-Altach) Zeit für uns Fellengattener genommen. Er zeigte uns, wie man Schnee auf einer Krippe macht. 

Schneekrippenkurs

Schneekrippenkurs mit Peter Stark

In unserm Krippenlokal verriet er uns Tricks für Schnee, Eiszapfen und Glitzer, und beantwortete geduldig alle anspruchsvollen Fragen. Während Peter die Moltofill- Masse auftrug, erzählte er Spannendes aus seiner Innsbruck-Zeit
oder so manches Episödchen aus der Krippenwerkstatt. Anschließend saßen wir im Lokal zusammen und genossen die Gemütlichkeit. Unter Freunden vergisst man schnell die Zeit….. Freundschaft ist nicht einfach da. Echte Freundschaft entwickelt sich und gewinnt an Tiefe, je mehr man einander kennt. Freundschaft muss auch gepflegt werden. Im September 2010 sollte in Hittisau der 21. Krippenbauverein gegründet werden. Für uns Fellengattener ist der Bregenzerwald nicht gerade nebenan, auch kannten wir die Leute dort nicht. Dennoch haben mein Mann Wolfgang und ich die „Reise“ angetreten. Wir wollten damit unsere Wertschätzung den Menschen gegenüber ausdrücken, die durch die Vereinsgründung nicht nur einem gemeinsamen Hobby nachgehen, sondern auch Arbeit und Verantwortung auf sich nehmen. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch „Fremde“ waren, waren sie doch Menschen gleicher Gesinnung. Inzwischen habe ich so manchen Hittisauer Krippeler auf Veranstaltungen und Kursen wiedergetroffen. Wir haben miteinander geplaudert und somit näher kennen gelernt. Wir haben Einblick in die Ansichten und Persönlichkeit des Anderen erfahren. Wir haben Sympathie für einander entwickelt, wir sind einander nicht mehr fremd. Aus „Fremden“ sind „Freunde“ geworden! Ein französisches Sprichwort sagt: „Wer keine Freunde hat, lebt nur zur Hälfte“. Ich bin mir sicher, dass jeder schon diese Erfahrung gemacht hat. 

wahre Krippenfreundschaft

wahre Krippenfreundschaft

Pflegen also wir unsere Freundschaften! Schon im Alten Testament wird der Freund als ein unbezahlbarer Schatz gerühmt! Ein Zitat aus dem „Lexikon der christlichen Moral“ von Karl Hörmann(Quelle: internet) besagt: „Einen Freund kann man lieben, weil man durch ihn etwas gewinnt. Tiefer wird das Verhältnis, wenn man den Freund ohne Rücksicht auf eigenen Vorteil in seinem Wert schätzt und anerkennt, und noch tiefer, wenn man zur Schaffung seines Wertes mithelfen will. Damit nähert sich die Freundschaft an das Lieben Gottes an, der nicht begehrt, sondern schenkt und trägt sie etwas von der Eigenart der christlichen Sittlichkeit an, nämlich von jener Liebe , die von Liebe Gottes geprägt ist.“ Freundschaft zwischen den Menschen ist gelebte Liebe Gottes!


Carmen Lassnig
Krippenbauverein Fellengatter




Eine Reise durch die Zeit

50 Jahre Krippenbauverein Fellengatter

 

Vor mir liegt ein grauer, schmaler Ordner, ein Karton mit orangefarbenen Heften und eine mitgenommene Schuhschachtel mit alten Krippenfreundzeitschriften.

Das ist sie also: die Geschichte unseres Krippenbauvereines.

Bis jetzt hatte sich noch nie jemand die Mühe gemacht,  die Vergangenheit des Vereines aufzuarbeiten. Nun bin ich schon gespannt, was ich alles entdecken werde!

Gleich beim ersten  Blick in den Ordner fällt mir eine gelbe Flügelmappe mit einer schönen schnörkeligen Schrift auf:  Krippenbauverein  Fellengatter . Wie schön hat man damals noch mit der Hand geschrieben! Auch auf den folgenden Blättern erkennt man, daß Papier teuer und daher eng mit der Schreibmaschine beschrieben war. Die Schrift aus dem „Protokoll vom 11. Jänner 1959“ ist schon etwas verschwommen und verblasst. Doch beim Lesen entdecke ich, wie wichtig und wertvoll dieses Papier ist!

 „Protokoll aufgenommen am 11. Jänner 1959 im Gasthaus „Maria Ebene“ in Fellengatter, Gemeinde Frastanz. Veranlassung war die von Leonhard Jutz, Fellengatter , einberufenen Gründungsversammlung der Krippenfreunde Österreichs, Ortsgruppe Fellengatter. (…)!“

Das ist die offizielle Geburtsstunde des Krippenbauvereines Fellengatter! Somit begehen wir 2009 unser 50jähriges Bestehen! Ein Grund mehr, sich in die Geschichte zu vertiefen!

Unter Anwesenheit des damaligen Landesobmannes Josef Irgang wurde Leonhard Jutz zum Obmann gewählt, sein Stellvertreter wurde Anton Bertsch jun (Vater des heutigen Obmannes Martin Bertsch), Schriftführer: Gottfried Matt, Kassier: der begnadete Krippenbauer Alfons Hirschauer, seine Vertretung Lydia Keckeis; Beirat: Anna Hartmann (eine Cousine von Leonhard Jutz und von den jungen Handwerkern liebevoll „Krippeleoma“ genannt).

Auch damals schon mußte alles seinen behördlichen Weg gehen, was Bescheide und Stempelmarken im Wert von 3 öS(!) auf den Statuten beweisen. Das hat die jungen Krippenbauer aber sicher nicht gekümmert. Sie haben im Herbst 1959 im Dachgeschoss von Leonhard Jutz´ Wohnhaus mit Begeisterung und einfachen Werkzeugen ihre Krippen gebaut!

Heute haben wir Kreis- und Bandsägen, Holzleim und Flackertrafo in den Krippenbaulokalen. Damals mussten die Kinder noch Hammer, Schnitzmesser und Laubsäge selber mitbringen. Statt des Holzleimes wurde Knochenleim verwendet, den man in Pulver- oder Kugerlform kaufte, erhitzte und schnell verwenden musste. Dieser Leim stank im warmen Zustand erbärmlich, wurde schnell, aber auch dauerhaft hart!

In den folgenden Jahren wurden mit großer Begeisterung und unter der fachkundigen Anleitung von Leonhad Jutz und Alfons Hirschauer Krippen gebaut und ausgestellt.

Leider gibt es nicht viele  Unterlagen aus den ersten Jahrzehnten des Vereines. Gott sei Dank hat da Zita Bertsch-Wiederin  über 34(!) Jahre die Kassabücher fein säuberlichst geführt, die mir nun einen Einblick in Neuanschaffungen, Ausflüge oder Mitgliederwesen geben. Heute geht alles per Computer, keine Handschrift mehr, kein Kassazettel, der mit Tixo eingeklebt ist, kaum ein Einzahlungsbeleg, meist nur noch internetbanking.

In den 60er Jahren war das Krippenbauen nicht nur Pflege religiösen Brauchtums, sondern auch sinnvolle Beschäftigung für die Jugend. In einem Antrag an die Gemeinde Frastanz 1963 bittet der Krippenverein um finanzielle Unterstützung, auch “um das Problem der untätigen Jugend“ beseitigen zu helfen. Auch damals war der soziale Aspekt so aktuell wie heute!

Seit 1962 war Oberlehrer Mattäus Wiederin-Wieser Mitglied beim Krippenbauverein Fellengatter.  Von 1969 bis 1975 hat er in der Volksschule Frastanz/Fellengatter mit den Kindern Krippen gebaut, die in ihrer Schule ausgestellt wurden. 1975 baute er mit den Schülern die Kirchenkrippe Frastanz, die 2006 von Krippelern des Vereines restauriert wurde. Unser Krippenfreund Peter Stark hat damals das schöne Werk fachgerecht mit Schellack gefasst.

1979 übergibt Leonhard Jutz 67jährig nach 20 Jahren seine Obmanntätigkeit an Rudolf Rinderer. Ihn löst im Jahre 2000 Walter Geuze ab, der knapp 1,5 Jahre später stirbt. Daraufhin übernimmt sein Vertreter Martin Bertsch das Amt.

In den 80er Jahren steigt nicht nur die Anzahl der Mitglieder stetig (1988 mit 56 Personen der Höchststand), sondern auch die der Helfer, Kurslehrer und -leiter, die bereits die Krippenbauschule in Innsbruck absolviert haben. So begibt man sich auch auf die Suche nach größeren Räumlichkeiten für eine Krippenwerkstatt. 1986 ist dann endlich der Ausbau eines Krippenlokales in der Volksschule Fellengatter genehmigt, was mit Feuereifer umgesetzt wird. Tische werden vor den Fenstern straßenseitig aufgestellt, in den hinteren Kellerräumen finden die paar Maschinen und Kästen für Bastelmaterial Platz, Aufenthaltsraum gibt es keinen. Es ist klein, aber gemütlich. Im Laufe der Jahre dringt Feuchtigkeit in die hinteren Räume ein, was zu einem Problem für Material, die Krippen und vor allem für die Krippenbauer wird. Der Platz wird auch immer enger. Wieder geht man auf Lokalsuche. Im März 2004 wird wieder gewerkelt. Diesmal im Keller der Hauptschule Frastanz.  Es werden Leitungen neu gelegt, Decke und Wände frisch gestrichen, Böden verlegt, ein eigener Aufenthaltsraum mit Küchenzeile und gemütlicher Sitzbank sowie ein separater heller Maschinenraum  mit Materiallager eingerichtet , tolle Arbeitstische mit entsprechendem Werkzeug aufgestellt. Es wird ein Lokal, das einladend und inspirierend wirkt! Inzwischen haben wir noch eine Absauganlage und eine größere Sitzbank samt Tisch bekommen!

Die Mitglieder des Krippenbauvereines waren nicht nur als Handwerker engagiert, sondern zeigten auch sportliche Größe. Von 1985 bis 1993 nahmen sie oft erfolgreich an den Frastanzer Ortsvereine-Schirennen teil. Beim Schifahren und langlaufen  kamen die jungen Leute mit ihren Freunden aus den anderen Vereinen der Gemeinde zusammen. So wurde der soziale Kontakt auf vielen Ebenen gepflegt.

Am 28.3.1993 wurde in Frastanz der Landesverbandstag abgehalten. Für den Krippenbauverein Fellengatter war es ein besonderer Augenblick, als ihr Gründungsmitglied Leonhard Jutz das goldene Ehrenzeichen des österreichischen Verbandes entgegennehmen konnte. Seine Cousine Anna Hartmann erhielt das silberne Ehrenzeichen für ihre langjährigen Bemühungen um die Weihnachtskrippe.

Bis 1999 finde ich keine Aufzeichnungen über bauliche Aktivitäten oder Ausstellungen. Erst 2000 startet der Verein wieder durch. Am 16. und 17. Dezember 2000 findet seit langem wieder eine Krippenausstellung im kleinen Pfarrsaal in Frastanz statt. Doch schon ein Jahr später zeigt sich, dass der Saal zu klein ist. Die Ausstellungen finden seit damals im grösseren Saal des „Haus der Begegnung“ statt. Seit 2006 werden die Besucher mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt, die unsere Krippenköche Wolfgang Lassnig, Robert Feurstein und Radi Mesaric mit viel Liebe und Sorgfalt zubereiten.

50 Jahre Zeitgeschichte spiegeln sich in der Aufmachung der Ausstellungen wider: die Technik hat mit Power Point Präsentation, Videobeiträgen und dimmbarer Beleuchtung Einzug genommen.

Was sich jedoch über so eine lange Zeit nie geändert hat, ist die Liebe zum Krippenbau und die Freude an der Gemeinschaft, selbst über Vereinsgrenzen hinaus.

    

 

 

 

 

 

 

 

 Erste Hilfe Kurs

 

Die Ereignisse vom 14. März dieses Jahres sind inzwischen wohl jedermann bekannt:  Beim Krippenlehrgang in Götzis erlitt unser Kollege Robert Feurstein einen schweren Herzinfarkt!

Anton Gmeinder (KV Sulzberg)und Dietmar Marte (KV Götzis) erkannten sofort den Ernst der Lage und leisteten nicht nur schnell, sondern auch richtig Erste Hilfe!

Sie hatten Nerven bewahrt und den Kollegen nicht einfach nur am Boden liegen lassen. Sie hatten den Kreislauf- und Atemstillstand erkannt und sofort mit der Reanimation begonnen! Selbst der Notarzt stellte fest, dass nicht seine Künste, sondern die beiden Ersthelfer das Leben von Robert gerettet haben.

Aber kann das nicht jedem von uns passieren? Wenn schon nicht im Krippenlokal, dann eben auf der Strasse, bei der Arbeit , in der Freizeit am Berg oder am Wasser.

Wüssten wir, wie wir dem Verunfallten helfen können? Wie wir Wunden versorgen, ihn lagern oder gar erkennen, ob es sich um einen Kreislauf- und/oder Atemstillstand handelt? Trauen wir uns die lebensrettende Herzmassage zu machen?

Diese Fragen stellten auch wir uns im Vorstand. Wir nehmen nicht an, dass so ein Vorfall so schnell wieder passiert, aber Unfälle kommen unvorhergesehen und überall vor.

Deshalb entschlossen wir uns so schnell wie möglich einen „Erste-Hilfe-Kurs“ zu organisieren.

Am Montag, den 8.Juni 2009 war´s dann endlich soweit! Acht Krippeler unseres Vereines (Martin Bertsch, Carmen und Wolfgang Lassnig, Sonja Kamper, Radi Mesaric, Hermann Morscher, Klaus Meyer und Christian Hummer), sowie 6 Gäste lauschten aufmerksam der Einführung des Referenten Jürgen Tschenett.

Die Erste Hilfe beginnt z.B. schon beim richtigen Absichern der Unfallstelle. Was mache ich dann mit einem Verunfallten? Notfallcheck! Doch auf was muss ich da achten?

Wie einfach diese wichtigen Massnahmen sind, merken wir gleich, als es an die Praxis geht. Bei der Überprüfung der Atmung unseres „Patienten“ gibt´s so manches Gelächter! Da kitzeln entweder die Haare des Helfers im Gesicht des Opfers oder das Opfer weigert sich (spasshalber) zu atmen. So viel Ernst am Thema ist, so viel Spass haben wir jedoch beim Üben! Das Beispiel Motorradunfall ist sehr dankbar: Unfallopfer Sonja liegt bäuchlings am Boden und schnauft und schwitzt unter ihrem Helm, weil sich die Ersthelfer nicht einig sind, wie sie den Kopf anfassen sollen. Kommentare kommen von überall her, auch vom „Patienten“.

Locker und lustig vergehen die ersten vier Stunden wie im Flug! Wir haben alle das Gefühl, Erste Hilfe zu leisten, ist wirklich nicht schwer!

Doch schon eine Woche später sieht´s ein bisschen anders aus. Da liegen doch ein paar Oberkörper umher, keine Arme, keine Beine, sieht wirklich nicht einladend aus.

Aber für die Puppen zur Reanimation braucht es  auch nicht mehr. Es ist gar nicht so einfach Luft in einen Erwachsenenkörper zu bringen, wenn die Kopfhaltung nicht stimmt. Gut, dass man das an einer Puppe üben kann und nicht an einem Verletzten.

Kraft und Technik ist beim nächsten Fall gefragt: Bergung aus dem Auto mit Rautekgriff. Hört sich einfach an, ist aber ein bisschen heikel. Da muss man aufpassen, dass der Verunfallte beim Öffnen der Autotüre dir nicht gleich rausfällt und sich im Sicherheitsgurt verhängt. Da gibt jede Menge leichte Handgriffe, wie man die Person aus dem Auto holt.

Besonders viel Spass haben wir am dritten Kursabend. Thema: Verbände. Jeder bekommt ein Dreieckstuch zum Üben. Und bald laufen die ersten Patienten mit Hand- und Knieverbänden umher. Besonders beliebt ist der Kopfverband, der aus unserem Obmann Martin einen „Pirat“ macht, so schick hat man ihm die Tuchenden um die Schultern drapiert.

 

Das Wort ist kompliziert, seine Handhabung dagegen kinderleicht. Der Defibrillator, kurz Defi genannt, wird ausgepackt. Ein kleines Kästchen, das einen bei der Reanimation unterstützt und alles genau ansagt, sofern man weiss, wo der Knopf zum Einschalten ist. Es ist schon beruhigend, wenn man das Anlegen der Elektroden mal selber gemacht hat und erfährt, dass beim „Schuss“ der Patient nicht zentimeterhoch springt.

Inzwischen ist der 4. Kurstag da. Und Prüfungsabend! Was wird da wohl auf uns zukommen? Werden wir wohl keine wichtigen Dinge vergessen? Was ist, wenn wir die Prüfung nicht bestehen? Unser Referent Jürgen hat uns die ganze Zeit über auf dieses Ereignis hingetrimmt. Dabei hätten wir an seinem schelmischen Grinsen und dem Funkeln in den Augen erkennen können, dass es nicht so hart werden würde.

Aber es wird „hart“ genug. Zumindest für die „Unfallopfer“, die wir zu bergen haben.

Weil wir die ganze Kurszeit über so pünktlich erschienen waren, immer sehr tatkräftig am Üben waren  und sowieso so nett waren….., bekommen wir eine „spezielle“ Prüfung. Mit echten „Opfern“! (wirklich toll geschminkt gewesen!)

Wir werden in Kleingruppen eingeteilt, die an drei Stationen verschiedene Unfallsituationen zu meistern haben. Da ist z.B. ein junges Mädchen, das kopfüber auf der Treppe liegt, Wunde am Kopf, verwirrt, aber bei Bewusstsein, daneben ihr „Freund“, der beatmet werden muß. Auf einer anderen Station wartet die zweite Patientin mit einer tiefen Schnittwunde am Unterarm und Kollapsgefahr. Zum Schluss kommen wir noch zu einem Motorradunfall mit einem LKW an einer wenig befahrenen Strasse.

Was ist als erstes zu tun? Wer ruft die Rettung? Wie muss ich den Verunfallten bergen oder lagern? Muss er verbunden werden? Bleibt er stabil oder fällt er in die Bewusstlosigkeit?

Es sind nicht viele Handgriffe zu tun, aber die wenigen können in der Realität Leben retten. Und es gibt ein sicheres Gefühl, in einer Notsituation nicht ganz unbeholfen zu sein.

Wir vom Krippenverein Fellengatter sind stolz, uns „Ersthelfer“ nennen zu dürfen und empfehlen jedem diesen Kurs zu machen.

 


Carmen Lassnig,
Schriftführerin